Der erste Tag am „Schinkel“ – zwei Siebtklässler erzählen
Es war am 21. August 2006. Die Sommerferien waren zu Ende und die
Schule ging wieder los – aber nicht wie gewohnt in der
Grundschule, sondern an einer neuen: am Schinkelgymnasium. An diesem
ersten Schultag fuhr ich zwar wie sonst auch mit dem Bus, aber dieses
Mal in eine andere Richtung. Ich war genau wie meine Freunde sehr
aufgeregt. Sie würden zwar auf eine andere Schule gehen als ich,
aber genau wie für mich war auch für sie alles neu. Ich
fragte mich innerlich: Wie wird wohl der erste Schultag werden? Wie
werden meine neuen Klassenkameraden sein? Ob sie auch so aufgeregt sind
wie ich? Diese Fragen konnte ich mir da noch nicht beantworten. Ein
Mädchen aus meiner Grundschule, die auch auf’s Schinkel
gehen würde, allerdings in meine Parallelklasse, stieg dann auch
in den Bus ein und erzählte mir, wie ihr Morgen so abgelaufen war.
Sie war so aufgeregt, dass sie anfing zu zittern. In Neuruppin stiegen
wir dann zusammen aus und gingen die letzten 500 Meter bis zum Schulhof
schweigend. Ich bekam einen Schreck, weil alles anders war als ich es
mir vorgestellt hatte: Der Schulhof war leer und alles war still. Das
legte sich dann allerdings schon zehn Minuten später; dann wurde
der Schulhof sogar voller als ich erwartet hatte. Zehn Minuten vor acht
sollten wir uns vor dem Eingang des riesigen Gebäudes klassenweise
aufstellen – so wie es zur ersten Zusammenkunft bekannt gegeben
worden war. Dort machte ich auch schon erste Bekanntschaften; alle
waren sehr nett zu mir, und alle waren genau so aufgeregt wie ich. Dann
gingen wir mit unserer Klassenlehrerin in unseren Klassenraum. Als wir
später von ihr unseren Stundenplan erhielten, kamen mir schon
erste Zweifel: Ob ich diesem hier wirklich gewachsen bin?! So viele
Stunden wie hier hatte ich noch nie! Nach unseren Klassenleiterstunden
hatten wir dann auch Kunst. Wir hatten zu tun, den Raum zu finden, weil
niemand von uns wusste, wo sich dieser befindet. Auf dem Gang
begegneten wir vier Mädchen, diese fragten wir nach dem Kunstraum,
aber die konnten es uns auch nicht sagen. Ich war sehr überrascht,
dass nicht nur wir nicht wussten, wo welcher Raum ist, sondern auch
ältere Schüler nicht, die schon länger hier waren.
Allerdings fand ich das auch beängstigend: Was wird wohl, wenn wir
später auch nicht wissen, wo wir in der 9. Klasse hinmüssen?!
Dann fanden wir den Kunstraum aber doch noch. Er war neben der
Cafeteria im Keller. Unsere Kunstlehrerein fand ich ziemlich nett, sie
fing gleich an, etwas von sich zu erzählen. Außerdem sagte
sie uns, was wir in diesem Schuljahr im Kunstunterricht so machen
würden und was wir dafür benötigen werden. Darüber
war ich etwas überrascht, denn es war sehr wenig im Vergleich zur
Grundschule: Wir brauchten nur einen Hefter, einen Zeichenblock und
einen weichen Bleistift. In der Grundschule mussten wir sogar noch den
Tuschkasten und so was mitschleppen. Ich war sehr froh, dass das jetzt
vorbei war. In der nächsten Stunde hatten wir Englisch, was
allerdings nicht so erfreulich war, weil ich Englisch hasse. Und ich
habe meine Gründe dafür - wir haben nämlich gleich
Hausaufgaben aufbekommen. Aber daran musste ich mich wohl nun
gewöhnen, denn ich war ja jetzt nicht mehr in der Grundschule,
sondern auf dem Gymnasium!
Nach der sechsten Stunde machten wir uns auf den Weg nach Hause. Dieser
verlief allerdings nicht so erfreulich wie gedacht, denn es stellte
sich heraus, dass ich von nun an jeden Tag eine ganze Stunde auf meinen
Bus würde warten müssen...
Der erste Tag am Schinkelgymnasium war aus meiner Sicht ziemlich
interessant, auch wenn ich das eine oder andere nicht so toll gefunden
habe, wie zum Beispiel die Englisch-Hausaufgaben oder die Sache mit den
Räumen. Aber nun wusste ich, was auf mich zukommen würde.
Heute habe ich mich daran gewöhnt und gehe gern auf diese Schule.
Lisa Ritschel
Am 21. August 2006 war mein erster Schultag an einer neuen Schule, an einem Gymnasium.
Es war komisch, denn alles war neu. Jetzt mussten wir immer mit dem Bus fahren. Auf dem
Weg von der Bushaltestelle zum „Schinkel“ diskutierten wir
erst einmal darüber, welche Farbe das Schulgebäude hat. Als
wir angekommen waren, standen wir halt auf dem Schulhof und alle waren
total hippelig. Aber ich war eigentlich nicht so doll aufgeregt, weil
es am Morgen schon so lustig war. Dann klingelte es. Ich dachte:
,Sollen wir schon ’reingehen?’ Unsere neue Klassenlehrerin
hatte uns zwar bei der ersten Zusammenkunft gesagt, dass sie uns vom
Schulhof abholen würde, aber nun hatte es schon geklingelt und sie
war
nicht da! ??? Dann kam aber doch die Schulleitung und die
Klassenlehrerin. Unsere Klassenlehrerin rief uns auf und ich dachte nur
noch schnell: ‚Jetzt bloß nicht die Anderen
verlieren!’ Als wir dann zum Klassenraum gingen, bekamen wir zu
hören, dass wir schon morgen nicht mehr abholt werden würden
und wir alleine durch das Schulhaus finden müssten. Ich war
schockiert: Wie konnte man das von uns verlangen, uns in diesem
riesigen Labyrinth zurecht zu finden?! Es hat doch bestimmt für
jeden lange gedauert, bis er sich hier richtig ausgekannt hat!
Die neue Klasse war eigentlich sehr nett, wir waren ja alle ein
bisschen unsicher. Das erleichterte den Kontakt. Viele waren mir gleich
sympathisch. Das lockerte alles etwas auf. In den Pausen erzählten
wir mit unseren alten Klassenkameraden und waren froh, dass es hier
allen so gut gefallt. Dann hatten wir Kunst. Das war eigentlich ganz
okay, weil wir da nicht gleich so etwas Großes gemacht haben. In
der letzten Stunde hatten wir noch mal bei unserer Klassenlehrerin,
diese Mal aber schon richtigen Unterricht. Ich weiß nicht mehr,
was sie uns erzählt hat. Das war mir dann aber auch egal, weil ich
mit so vielen Eindrücken zugepumpt war.
Ich hatte abends dann sehr viel zu Hause zu erzählen und war
gleichzeitig auch total müde. Nun war ich gespannt auf den
nächsten Tag, weil wir dann LER haben würden und darauf
freute ich mich schon.
Marie-Christin Weiß