4. Lesenswert
An dieser Stelle sollen in Zukunft von Schülern geschriebene Rezensionen veröffentlicht werden. Die von Schülern des Kurses 1DE2 verfassten Lesebiographien sollen als Anregung dienen, eigenes Lesen und Gelesenes zu reflektieren und so anderen die Wahl des „richtigen Buches“ (s.u.) zu erleichtern.

Meine Lesebiografie
Angefangen hat alles in der Schule. Natürlich erlernten wir dort das Lesen und behandelten
dort auch einige Bücher. Das empfand ich damals als anstrengend und habe es, wie die
meisten anderen Unterrichsthemen auch, als eine schulische Angelegenheit betrachtet.
Von Freude am Lesen und geschweige denn, es als Hobby zu betrachten und freiwillig meine Freizeit mit Büchern zu gestalten, konnte nicht die Rede sein.
Ich erinnere mich speziell an „Onkel Toms Hütte". Es war ein dickes Buch mit einem ernstem und, für meine damaligen Verhältnisse, schwer verständlichem Inhalt. Da das Bücherlesen in der Schule meist zwangsläufig viel Text- und Interpretationsarbeit mit sich bringt, habe ich nie darüber nachgedacht, dass Lesen eine spannende, fesselnde und Spaß bereitende Angelegenheit sein könnte.
Wozu auch nach der Schule die kostbare Zeit mit Lesen von Dinge verschwenden, wenn man doch rausgehen kann, um seine Umwelt zu erforschen? So oder so ähnlich muss ich wohl noch gedacht haben, als mich das Lesen abschreckte.
Doch dann kam der Wendepunkt. Ich bekam ein kleines, dünnes Buch geschenkt, von Leuten, die ich sehr schätze und respektiere. Es war ein Buch, in dem eine Schülerin ihren Alltag beschrieb, mit dem ich mich sehr identifizieren konnte, wie ich feststellte, nachdem mich das Buch nach den ersten paar Seiten gefesselt hatte. Mit dieser positiven Erfahrung, dass Bücher auch interessant und nicht kompliziert sein müssen, war ich nun dazu bereit, auf weitere Literatur in meiner Freizeit einzugehen- ganz entspannt und ohne den Druck des Lehrers, ein Kapitel in einem bestimmten Zeitraum zu lesen und dazu lästige Aufgaben erfüllen zu müssen, ohne überhaupt Interesse am Werk zu haben. Auf Grund dieser Fakten fällt es mir noch bis heute schwer, Bücher die in der Schule behandelt werden, mit Freunde zu lesen.
Wegen dieser gesetzten Ziele des Lehrers gehe ich an Bücher, die ich in meiner Freizeit aus
Interesse lese eher locker heran und lasse mir Zeit dabei. Wenn mir ein Buch dann mal zu
langweilig oder zu „trocken" erscheint, lege ich es zur Seite und nehme es mir eventuell zu
einem anderen Zeitpunkt noch einmal vor.
Ich möchte noch die verschiedensten Bücher aus unterschiedlichen Thematiken studieren – ob um meinen Wissenshorizont zu erweitern oder um aus dem Alltag zu entfliehen spielt dabei keine Rolle.
Es gibt noch so viele Bücher, die nur darauf warten, gelesen zu werden, man muss nur die
richtigen wählen, um nicht die Lust daran zu verlieren.


Eine kleine Geschichte über das Lesen

Damals war es so üblich, dass meine Eltern mir jeden Abend vor dem Einschlafen eine Gutenachtgeschichte vorlasen . Das waren meist Erzählungen von Astrid Lindgren, wie ,,Pippi Langstrumpf, „Die Kinder aus Bullerbü" oder „Lotta aus der Krachmacherstraße". War ich an diesem Tag artig gewesen, so wurden es manchmal auch zwei Geschichten, hatte ich mich jedoch böse gezeigt, so musste ich unglücklich darauf verzichten. Es war schön, diesen Erzählungen zuzuhören und dabei einzuschlafen.
Doch dann begann die Schulzeit und auf einmal wollte ich nicht mehr nur zuhören. Ich wollte es selbst versuchen und meine neu erlernten Lesekenntnisse anwenden. Mit der Zeit bekam ich immer mehr Lust, meine eigenen Geschichten zu lesen.
Dann, am Weihnachtsabend, lag plötzlich ein Buch für mich unterm Weihnachtsbaum - das ich ganz allein lesen sollte. Es hieß „Hanni und Nanni" von Enid Blyton. Ich hatte es innerhalb von 3 Tagen durchgelesen und war hinterher sehr stolz auf mich. Seit diesen Tagen begann ich immer mehr Bücher zu lesen und wenn sie dann vorbei waren, war ich zwar unheimlich traurig, aber trotzdem sehr stolz.

Mein erstes Buch und die Folgen...

In der erstes Klasse fragte ich mich wahrscheinlich, wozu ich lesen sollte. Zum Fernsehgucken musste ich  nicht lesen gönnen. Dann bekam ich von meiner älteren Schwester ein Buch aus ihrer Lieblingsreihe geschenkt: „DerTrotzkopf“.  Sie sagte, wenn ich es schaffe, das Buch innerhalb  von 6 Monaten zu lesen,  hätte sie ein „Überraschung“ für mich. Nachdem ich das Buch gelesen hatte — natürlich ha6e ich ein oder zwei Kapitel ausgelassen- wollte ich meine „Überraschung „ haben. Ich bekam von ihr die „Nesthäkchen-Reihe" von Else Ury, die sie von unserer Oma bekommen hatte. Nachdem ich diese neun Bände gelesen hatte, fing ich an,  immer mehr zu lesen. Später las ich sogar die ganze „Riesenbuchreihe“ meiner Schwester. Nach dieser Reihe entdeckte ich den Sinn von Büchern. Ich fing an, täglich zu lesen und konnte mich von dem stressigen Umfeld befreien. Ich las morgens, wenn ich noch Zeit hatte, abends, wenn ich nicht einschlafen konnte, und natürlich am Nachmittag zum Zeitvertreib. Seitdem habe ich meine Vorliebe für Horrorgeschichten und Thriller entdeckt. Bis jetzt gibt es für mich zwei richtig gute Autoren. Stephen Kjng und Dan Brown. Mein großes Ziel ist es,  alle Bücher von Stephen Kjng zu lesen, die mir in der Stadtbibliothek Neuruppin zur Verfügung stehen. Leider habe ich dieses Ziel bald erreicht. Ich hoffe, dass ich dann noch die Zeit finden werde,  ein paar weitere Bücher von Dan Brown zu lesen. Mein nächstes Ziel wäre dann die Trilogie von ihm: „Illuminati,  Sakrileg und Diabolo" zu lesen. Zwei dieser Bücher habe ich schon geschenkt bekommen, doch meine Schwester war mal wieder schneller und liest sie jetzt schon zum zweiten Mal, sodass ich die Zeit habe,  die Bücher von Stephen Kjng zu lesen. Vielleicht werde ich später mehr Interesse an anderen Schriftstellern haben, doch vorerst kann ich mich noch nicht von Horrorgeschichten und Thrillern trennen.

Lydia Hoppe