Sich selbst besiegen
Sich selbselbsten überwinden, ist der allerschwerste Krieg,
Sich selbselbsten überwinden, ist dr allerschönste Sieg.
Friedrich von Logau (1604 - 1655, Barock)
Der
Wahlpflichtkurs Deutsch, den 22 Schülerinnen belegen,
beschäftigt sich mit den verschiedenen Medien wie Fernsehen,
Zeitung, Internet etc....
Da wir gerne fernsehen und besonders
dieses Medium unser Leben bestimmt, hat unsere Lehrerin uns ein
Experiment vorgestellt: Drei Tage ohne TV.
Unsere Aufgabe war es, drei Tage lang ohne Fernseher auszukommen und darüber ein Fernsehtagebuch zu führen.
Hier Auszüge aus unseren Arbeiten:
»> Meine ersten Gedanken waren [...]: was soll ich denn sonst
machen? In der Woche läuft er nun einmal immer nebenbei. Auch wenn
ich mich abends ins Bett lege, muss er angemacht werden, sonst ist es
doch viel zu LANGWEILIG. Doch dann dachte ich mir:
„Mmh...eigentlich brauchst du den Fernseher gar nicht. Gegen
Langeweile gibt es doch vieles, was man machen kann, z. B. Lesen. [...]
SO SCHLIMM WIRD ES SCHON NICHT WERDEN.
(Wiebke)
»> Interview mit einer Mutter:
- S: Wie findest du das Projekt?
- M: Ich finde es gut, dass Lehrer das in der Schule machen bzw.. so
eine Hausaufgabe aufgeben, denn, so denke ich, macht das die Kinder
aufmerksamer und sie sitzen nicht mehr den ganzen Tag vor der
„Kiste".
- S. Wie konntest du früher ohne TV leben?
- M: Das war ganz einfach. Die erste Zeit hatten wir keinen, dann einen
Schwarzweiß-Fernseher. Wir durften nur den Sandmann sehen und
mehr nicht. Übrigens gab es auf dem Land viel zu tun.
- S: Kannst du dir eine Welt ohne TV vorstellen?
- M: Ja, eigentlich schon, weil ich ja auch so aufgewachsen bin. Ich
finde, die Kinder oder Jugendlichen heute sehen viel zu viel fern.
(Linda)
»> 13. September 2006
Liebes Tagebuch,
heute kam es ganz anders. Ich habe am Nachmittag kein ferngesehen, aber
am Abend. Ich habe versagt, war mir so sicher, dass ich es schaffen
würde. Mist! Am Nachmittag habe ich meine Hausaufgaben gemacht,
habe gelernt und gelesen.
Zum Abend hin war ich mit meinem Hund „Gassi". Na ja, was dann
kam, kann man sich ja denken. Ich wusste überhaupt nicht, was ich
machen sollte, also habe ich den Fernseher angemacht, ohne ein
schlechtes Gewissen zu haben. Ich schaute eine halbe Stunde fern....
(Saskia)
»> Dienstag, 2. Tag
Haha, heute habe ich mir etwas ausgedacht, um mich abzulenken. Ich war
nämlich so ca. 4 Stunden beim Reiten und habe mich intensivst mit
Pferden und der Natur beschäftigt. Als ich zurückkam, bin ich
nur noch unter die Dusche gegangen und wollte nur noch Hausaufgaben
machen. Das jedenfalls hatte ich mir vorgenommen.
Meine Familie saß komplett versammelt und in gemütlicher
Seitenlage vor dem Fernseher, als ich mit den Hausaufgaben fertig war -
wie sollte ich da kein Fernsehen gucken? Gut, ich hätte in mein
Zimmer gehen können, hätte da ein gutes Buch gelesen und
wäre dann irgendwann eingeschlafen, aber darauf hatte ich schlicht
und einfach „keinen Bock". Es kam nichts wirklich Spannendes,
aber die Gewissheit, dass meine Familie einen gemütlichen Abend
vor dem Fernseher verbringt und ich ganz allein in meinem Zimmer ein
Buch lese, war doch ziemlich blöd....
(Anja)
»> Gebracht hat mir das Experiment, glaube ich, schon etwas,
denn ich habe gelernt, dass man seine Langeweile auch mit anderen
Dingen bekämpfen kann, als immer nur mit Fernsehen. Aber gefehlt
hat mir schon etwas, weil ich doch öfter bestimmte Sendungen sehe.
Da ist es dann etwas blöd, wenn ich nicht mehr weiß, was
passiert ist. Doch ich denke, sollte mir noch einmal jemand diese
Aufgabe stellen, würde ich wieder das Experiment machen, [...]
aber wieder nur 3 Tage am Stück. Wenn es mehr wären,
würde in mir doch der Ausbruch der Langeweile stattfinden und dann
wäre die Fernbedienung schneller in der Hand, als ich
„Programm" sagen kann.
Und jetzt weiß ich doch: „Fernsehen bestimmt mein Leben."
Aber manche, oder besser viele Dinge sind mir doch wichtiger als das
Fernsehen und für diese Dinge würde ich ganz auf Fernsehen
verzichten - ganz und gar für immer. (Lisa)
2. Klasse 10: Darstellendes Spiel
Proektthema: Das Brot 2006 - Armut in Deutschland