2. Der Unterricht in den Jahrgangsstufen 7 - 10

                    "Das Menschlichste, was wir haben, ist doch die Sprache,

                                    und wir haben sie, um zu sprechen."

                                                   (Theodor Fontane, geb. 1819 in Neuruppin - gest. 1898)

Curricurale Vorgaben: www.bildung.brandenburg.de/curricula_S1.html.

Zentrale schriftliche  Prüfungen - Schwerpunkte

Klasse 10     www.bildung.brandenburg.de/pruefung_10.html


Beispiele für die Unterrichtsarbeit

    1. Klasse 7
        Herr K. - Verfassen eigener Parabeln und Experimentieren mit unterschiedlichen Erzählern (Linda Vogel)




2. Klasse 9
  Projekt Lyriknacht (Durchführung: Frau Lingnau, Referendarin für Deutsch und Geschichte)


  Lyriknacht

Die Idee zu einer Lyriknacht hatte ich gleich zu Beginn der Planung. Ich wollte unbedingt, dass sich die Schüler in einer angenehmen Atmosphäre, in einer außerschulischen Umgebung mit Lyrik beschäftigen. Die Gelegenheit bot sich dann auf der gemeinsamen Klassenfahrt. Bereits im Vorfeld erteilte ich den Auftrag, sich ein Gedicht zum Thema „Abend, Dämmerung, Nacht" von bekannten Dichtern herauszusuchen und dies als angemessenen Lesevortrag vorzubereiten. Ich verriet den Schülern jedoch noch nicht, welche Absicht ich damit verfolgte. Kurz vor der Klassenfahrt sammelte ich die Gedichte ein, damit ich sicher gehen konnte, dass sie in der Lyriknacht auch vorhanden sein würden. Als ich mein Vorhaben auf der Klassenfahrt äußerte, reagierte der Großteil der Klasse zunächst sehr negativ und abweisend: „Wir machen doch kein Unterricht auf Klassenfahrt, und schon gar nicht Lyrik!" Ich erklärte ihnen, dass es eine ganz entspannte und ungezwungene Angelegenheit darstellen solle, teilte kurz den genauen Ablauf mit und dass die Teilnahme völlig freiwillig sei (ist für dieses Vorhaben auch wichtig). Um 23.00 Uhr erwarteten mich überraschenderweise 15 Schüler, die teilnehmen wollten. Wir gingen gemeinsam zum Strand und setzten uns in einem Kreis zusammen. Um eine angenehme und aufgelockerte Atmosphäre zu schaffen, stellte ich Kerzen in die Mitte des Kreises, verteilte alkoholfreien! Sekt und eröffnete eine offene Gesprächsrunde. Dann verteilte ich Schreibblöcke und Stifte und die Gedichte der bekannten Dichter und bat die Schüler, sich ihr ausgewähltes Gedicht herauszusuchen. Nacheinander lasen wir uns gegenseitig die Gedichte vor. Es herrschte eine sehr friedliche, teilweise andächtige Stimmung. Im Anschluss forderte ich die Schüler auf, eine bequeme Sitzposition einzunehmen und die Augen zu schließen. Einige Schüler legten sich auch hin. Ich schickte die Schüler auf eine Phantasiereise. Den Text hierzu, den ich selbst angefertigt habe, las ich in aller Ruhe und mit ausreichenden Pausen vor. Die Schüler gaben sich der Meditation hin, waren ganz entspannt und unterbrachen mich auch nicht durch Unruhe oder unangemessene Bemerkungen. Das hat mich sehr gefreut, da ich mir nicht sicher war, ob die Schüler sich auf dieses Verfahren ernsthaft einlassen würden. Nach dem Meditieren bat ich die Schüler, einmal selbst zu versuchen, ein Gedicht zum Thema Nacht zu schreiben. Alle Schüler begannen sofort zu schreiben, einige Schüler arbeiteten auch zusammen. Auch diese Phase verlief sehr ruhig. Danach lasen die Schüler sich die Gedichte gegenseitig vor. Nicht nur ich, sondern auch die Schüler selbst waren sehr positiv überrascht über die eigenen
Produktionen.
Insgesamt war diese Nacht ein gelungener Erfolg, da sie mich zum einen den Schülern sehr nah brachte. Zum anderen zeigte sie, dass Schüler durchaus für Lyrik zu begeistern sind, wenn sie nicht unter dem schulischen Druck der Interpretation stehen. Denn kaum im Lager angekommen, berichteten die Schüler ihren Mitschülern voller Begeisterung von dem Erlebten.

3. Klasse 8
8c sucht den Rezitations-Superstar – Deutschlands kleinste Castingshow

Superstar

In Vorbereitung auf den schulinternen Rezitationswettbewerb suchte die Klasse 8c im Januar 2011 in Anlehnung an das bekannte TV-Format die besten Rezitatoren unter dem Motto 8c sucht den Rezitations-Superstar – Deutschlands kleinste Castingshow.
Das Logo der Show, Musikauswahl, Materialien sowie die Moderatorenkarten orientierten sich am Corporate Identity der Originalsendung. In Vorbereitung auf diese klasseninterne Castingshow, welche, um den Show-Charakter zu unterstreichen sowie den Schülern die Möglichkeit eines Bühnenauftrittes zu ermöglichen, in der Aula stattfand, beschäftigten sich die jungen Rezitatorinnen und Rezitatoren intensiv mit Gedichten rundum das Thema Mensch und Gesellschaft. Bei der Auswahl der Texte war auch der Standort unseres Gymnasiums nicht ganz unbedeutend; so standen Gedichte von Theodor Fontane und Eva Strittmatter, die eng mit der Stadt Neuruppin verbunden sind, unter anderem im Mittelpunkt der Betrachtung. Als Abschluss dieser Lyrikeinheit fand die oben erwähnte Castingshow statt, in der jede Schülerin und jeder Schüler in der ersten Runde ein Gedicht aus sechs vorgegebenen frei rezitieren sollte – unter den strengen Augen der Jury, welche sich aus zwei Schülern und der Studienreferendarin zusammensetzte. Die Jury beurteilte die Kandidaten nach einem Kriterienraster, die die Schüler im Vorfeld erhalten hatten. In dieser ersten Runde stach eine Schülerin mit ihrer Leistung heraus, indem sie das Gedicht Im Nebel von Hermann Hesse zu einem Linkin Park  Instrumentalstück vortrug…und ein staunendes, beeindrucktes Publikum hinterließ. Nach der ersten Runde standen die acht besten Rezitatoren der Klasse 8c fest – und es folgte der Recall. In dieser zweiten Runde waren Spontaneität, Gefühl für Sprache und Originalität seitens der Kandidaten gefragt: Theodor Fontanes Gedicht Rückblick sollte nun ansprechend vorgetragen werden. Dieser Text war den Teilnehmern unbekannt, demnach waren im Recall ansprechende Lesevorträge gefragt. Wer schließlich am Finale teilnehmen sollte, darüber entschieden die Mitschüler. Mit Klebepunkten stimmten sie für ihre Favoriten auf einem Flipchartbogen ab und schnell standen die drei Finalisten fest: zwei Jungen und ein Mädchen.
Im Finale boten diese Schüler erneut ihr Gedicht aus der ersten Runde dar und nach wenigen Augenblicken, einem abschließenden Applaus und sichtlicher Erleichterung der Kandidaten stand die Entscheidung über die Platzierung an. Das Publikum sollte zum Telefonhörer greifen und für den Lieblingskandidaten „anrufen“ – laminierte Telefonbildchen mussten hierfür hochgehalten werden. Ein Schüler wurde mit deutlichem Abstand zum Rezitations-Superstar der Klasse 8c gekürt, die beiden anderen Finalisten belegten jeweils den zweiten Platz. Sie erhielten eine Urkunde sowie ein kleines Geschenk seitens der Schulleitung. Herzlichen Glückwunsch!
Nun sind wir gespannt, wie sich diese Kandidaten im Rezitationswettbewerb aller achten Klassen am 21. März 2011 schlagen werden, wenn es erneut heißt: Wir suchen den Rezitations-Superstar – Deutschlands kleinste Castingshow.
 
Durch die Castingshow führte eine Schülerin. 

                 Werte                       Eva Strittmatter

Die guten Dinge des Lebens
sind alle kostenlos:
die Luft, das Wasser, die Liebe.
Wie machen wir das bloß,
das Leben für teuer zu halten,
wenn die Hauptsachen kostenlos sind?
Das kommt vom frühen Erkalten.
Wir genossen nur damals als Kind
die Luft nach ihrem Werte
und Wasser als Lebensgewinn,
und Liebe, die unbegehrte,
nahmen wir herzleicht hin.
Nur selten noch atmen wir richtig
und atmen die Zeit mit ein,
wir leben eilig und wichtig
und trinken statt Wasser Wein.
Und aus der Liebe machen
wir eine Pflicht und Last.

Und das Leben kommt dem zu teuer,
der es zu billig auffasst.

Superstar2